Das SELBST - die Gesundheit, die Liebe und die Weisheit in uns

Angst, Wut, Traurigkeit, Hass, Schuld, Enttäuschung, Unsicherheit, mangelnder Selbstwert, Hilflosigkeit, Ohnmacht, Verzweiflung, Panik, Unruhe, Stress, Erschöpfung und Leere, und und und - Wer kennt sie nicht, diese Gefühle in uns? Wir alle kennen diese Gefühle! Viele Menschen werden gerade jetzt, mehr denn je, mit ihren Gefühlen und Emotionen konfrontiert. Das Ablenken, Verdrängen und Kontrollieren, das so lange praktiziert wurde, zeigt immer weniger Wirkung und kostet immer mehr Kraft. So wie jetzt das Chaos im Außen - siehe Terroranschläge, Kriege, Wirtschaftskrisen, politische Krisen, persönliche Tragödien usw.  - zunimmt, in dem Ausmaß nimmt das emotionale Chaos in unserem Inneren zu. Die Fronten verhärten sich und das spüren immer mehr Menschen immer deutlicher. 

Angenommen, das Leben auf unserem Planeten Erde zerstört sich selbst (und so unrealistisch ist das gar nicht), so wird trotzdem die Erde SELBST weiterleben, egal in welcher Form. Genau so ist es mit uns. Diese Emotionen und Gefühle, die uns gerade das Leben so schwer machen, sind NUR TEILE in uns, aber sie sind nicht unser SELBST. Würden alle diese Teile in uns sich auflösen, dann käme unser SELBST zum Vorschein. Unser SELBST war immer da und wird immer da sein. Manche Religionen und Philosophien lehren genau das. So wird dieses SELBST unter anderem auch Buddha-Natur, Christus-Dasein, das ICH BIN, das wahre Selbst oder reines Bewusstsein genannt. Gemeint ist immer dasselbe und JEDER MENSCH OHNE AUSNAHME ist in seinem ursprünglichen Wesen dieses SELBST. Es ist die Gesundheit, die Weisheit, das Leben und die Liebe in uns. Es ist der Teil in uns, der uns intuitiv sein lässt, der uns etwas tun lässt, was sich danach als lebensrettend herausstellt, der in einer Notsituation uns plötzlich ruhig werden lässt und das Richtige tun lässt, der uns etwas wissen lässt, das wir dann als Geistesblitz definieren, der uns spüren lässt, wenn uns nahe stehende Menschen in Not sind, der uns durch schwierige Situationen führt, von denen wir nachher nicht mehr wissen wie wir diese gemeistert haben, der uns Kraft gibt und aufstehen lässt, wenn wir eigentlich schon am Boden liegen usw. 

Jeder Mensch kennt diesen Teil in sich, und trotzdem gehorchen die meisten Menschen ihren Emotionen mehr als ihrem weisen Selbst. Man könnte auch sagen, sie vertrauen ihrem SELBST nicht. Sie haben sich von ihrem SELBST abgewendet und vergessen dass es da ist. Sie spüren eine Leere in sich, Unruhe oder eine Sehnsucht und sind auf der Suche ohne zu wissen wonach sie suchen. 

Wer erkennt wonach er sucht, wacht auf. Wer aufwacht, erkennt wer er ist. Aufwachen heißt nichts anderes, als die Trennung von sich SELBST zu erkennen. Wahrzunehmen, wie die vielen verletzten Teile in uns den Kontakt mit unserem SELBST verhindern. Anstatt weiterhin den ängstlichen, wütenden, verärgerten, abwertenden usw. Stimmen in uns zu gehorchen, ist es jetzt an der Zeit einmal inne zu halten, es still werden zu lassen und zu lauschen was denn unser gesundes, liebendes, wissendes SELBST dazu zu sagen hat. Und wer zu Beginn nichts hören kann, darf sich nicht wundern. Denn wer lange nicht gehört wurde, ist mit der Zeit stiller geworden. Aber wer geduldig ist und bereit ist hin zu hören und das Lauschen wieder zu lernen, wird bald diese feine innere Stimme vernehmen können. Es ist die Stimme in uns, die uns niemals abwertet sondern ermutigt, und uns niemals Angst macht sondern Vertrauen spendet, und uns niemals schwächt sondern Kraft gibt.

Ich möchte dich ermutigen, still zu werden, hin zu hören und in Kontakt zu gehen mit deinem eigenen Selbst. Es ist der gesunde, wissende und liebende Teil in dir. Und ich möchte dich auch ermutigen diesen Teil in anderen Menschen zu suchen, auch wenn er noch so vergraben erscheint. Denn, wenn wir uns von SELBST zu SELBST begegnen, dann entsteht Heilung und Friede. Dann brauchen wir nicht länger unsere verletzten, emotionalen Teile in uns, die uns sagen, was beim Anderen verkehrt ist und wer schlecht und gut ist, warum die anderen die Bösen sind und ich das Opfer, oder was der Andere tun muss damit es mir wieder gut geht. Dann können wir IN UNS heil werden und es können die Beziehungen zu unseren Mitmenschen heil werden. 

 

 

Angst und empathische Liebe

Wolkenbild_Angst

Angst ist derzeit das meist verbreitete Gefühl unter den Menschen. Wenige Menschen leben in einem Grundgefühl von Urvertrauen und Liebe, die meisten leben in einem Grundgefühl von Angst.

Menschen haben Angst krank zu werden, den Job zu verlieren, ihr Haus zu verlieren, einen geliebten Menschen zu verlieren, Angst vor Menschen die anders sind, Angst vor ihren eigenen Gefühlen, Angst nicht geliebt zu werden und Angst vorm Alleine sein, kurz gesagt sie haben Angst um ihre Existenz.

Unsere Gesellschaft lebt in einem ständigen Angstzustand. Daher muss sie viel Geld verdienen, ihr Geld anlegen, Versicherungen abschließen, ein Vermögen anhäufen, dauernd zum Arzt gehen, sich schützen, sich mit vielen Dingen oder Menschen umgeben und sich oft sagen lassen wie wichtig sie ist und wie sehr sie gebraucht wird.

All diese Dinge erhalten uns am Leben und sind wichtig. Sie sind lebensnotwendig, denn sie helfen uns teilweise über unsere Angst hinweg und lassen uns leben. Deswegen sind wir auch davon abhängig. Wir brauchen diese Dinge.

Diese Abhängigkeit kann uns eine Stabilität geben, in welcher wir uns halbwegs gut entwickeln können. Sie kann aber auch soweit gehen, dass sie uns einengt, unfrei macht, und damit hindert Glück und Erfüllung zu finden. 

Aber was machen wir dann?

Loslassen und einfach vertrauen? Das funktioniert nicht. Von einem Menschen zu verlangen, von einem Tag auf den anderen seine Angst sein zu lassen und einfach zu vertrauen, ist selten möglich. 

Dazu braucht es eine Begegnung. Die Begegnung mit sich selber. Denn Angst ist irgendwann in uns entstanden, zu einem Zeitpunkt wo wir echte Bedrohung erlebten. Und diese Angst hat seit dem die Aufgabe, uns vor weiterer Bedrohung zu schützen. Sie ist, so gesehen, wichtig und muss daher anerkannt werden.

Leider kann Angst in Folge auch dazu führen, dass Menschen Bedrohung sehen, wo keine echte Bedrohung ist. Sie können dann oft nicht mehr unterscheiden, wo echte Bedrohung ist und wo nicht. Im schlimmsten Fall ist das ganze Leben eine Bedrohung.

Was hat das jetzt mit empathischer Liebe zu tun?

Angst und empathische Liebe schließen sich aus. Je mehr Angst ich habe, umso weniger kann ich wahrhaftig lieben, also annehmen was ist. Je mehr ich in einem Zustand empathischer Liebe bin, umso weniger lebe ich in einem Zustand der Angst. Das gesunde Verhältnis sollte so sein, dass wir uns damit WOHL fühlen. Dieses Wohlfühlverhältnis kann und wird sich im Laufe des Lebens immer wieder verändern.

Verständlicher Weise fühlt man sich umso wohler, umso mehr die Liebe überwiegt.

Es gibt Menschen, wenn auch wenige, die den Zustand vollkommener Liebe leben. So ein Mensch kann annehmen was ist, selbst wenn es der Tod ist. Jesus war so ein Mensch.

Mit annehmen was ist, ist nicht gemeint, dass ich mein Leben aufs Spiel setze. Es meint auch nicht, dass man seine eigenen Grenzen permanent überschreitet. Ganz im Gegenteil. Wer in einem Zustand empathischer Liebe ist, erkennt erst genau wo seine eigenen Grenzen sind, und achtet sich und seine Grenzen mehr. Aber dieser Mensch erkennt die Vergänglichkeit der Dinge im Außen und hält nicht an diesen fest. Dieser Mensch erkennt das wahre Wesen der Natur und hat keine Angst vor Veränderung, Entwicklung und Wachstum. Er nimmt an, was ist wie es ist. Anstatt seine Energie ständig in Flucht oder Abwehr, Kampf und Widerstand zu investieren, behält er diese Energie bei sich und wird dadurch zum Schöpfer.

Jeder Mensch kann in einen Zustand empathischer Liebe kommen, solange er sich nicht bedroht fühlt. Im Alltag gibt es aber immer wieder Situationen und Begegnungen, vor allem im Berufsleben und in der Partnerschaft, die uns ein Gefühl von Bedrohung vermitteln und somit Angst machen. In diesem Moment sind wir uns meist gar nicht dessen bewusst, wir reagieren nur sofort mit Verteidigung, Angriff oder Rückzug. Und schon befinden wir uns in einem Angstzustand und nicht einem Zustand der Liebe.

Selbst Menschen die bereits ein großes Maß an empathischer Liebe empfinden können, erleben das noch ab und an.

Was ich damit sagen möchte ist, dass Angst sehr wohl für eine gewisse Zeit eine Berechtigung hat. Es sollte nicht darum gehen, Angst zu negieren, sondern die empathische Liebe zu vermehren.

Aber eben genau die Angst vor dem Tod macht, dass wir Angst haben empathisch zu lieben. Denn wenn ich nichts gegen meinen Tod habe (der ja ohnehin kommt, egal was ich auch tue) und diesen annehme, dann gebe ich mich auf. Das sagt uns zumindest der Verstand. Und deshalb haben wir Angst davor anzunehmen was ist. Wie kann man das Schreckliche annehmen? Wie kann ich mich aufgeben? Unmöglich!

Aber wer sich aufgibt – oder DAS was er GLAUBT zu SEIN – findet erst wirklich zu sich. Und dann wird er erkennen, dass er gar nicht sterben kann. Und wer nicht sterben kann, hat keine Angst mehr vor dem Tod. Das SELBST kann nicht sterben, es ist ewig.

Was mit „SELBST“ gemeint ist, folgt in meinem nächsten Artikel.

Die empathische Liebe

foto: lichtfuchs

Die Liebe ist das essentiellste Gefühl von allen. Es ist das Gefühl nach dem, ohne Ausnahme, jeder Mensch strebt. Paradoxerweise habe ich zugleich den Eindruck, es ist auch das Gefühl, vor dem Menschen am meisten Angst haben.

Menschen suchen und streben nach Liebe - wer behauptet, er tut es nicht, hat sich selber noch zu wenig beobachtet - haben aber zugleich Angst davor und stoßen sie nicht selten von sich. Die Liebe wird dann aber dort gesehen, wo sie gar nicht ist: in emotionalen Abhängigkeiten, in sexuellen Trieben, in Besitzansprüchen, in Verboten, in Übergriffen, in körperlichem Begehren usw.

Ich möchte hier auch anmerken, dass es unterschiedliche Arten von Liebe gibt, und was denn mit Liebe tatsächlich gemeint ist.

Dazu gibt es bereits verschiedene Modelle, da sich Menschen seit jeher mit dem Thema Liebe auseinander setzen. Ich übernehme ein für mich stimmiges Modell, welches in drei Arten der Liebe unterscheidet:

- die menschliche Liebe (Philia)

- die sinnliche Liebe (Eros)

- die empathische Liebe (Agape)

Die menschliche Liebe (Philia) ist die Liebe, die man für Familienmitglieder und Freunde, also Menschen, die einem besonders nahe stehen, empfindet.

Die sinnliche Liebe (Eros) wird begleitet von einer erotischen Anziehungskraft. Es ist die Liebe zwischen Mann und Frau (auch wenn der männliche oder weibliche Part von einem gleichgeschlechtlichen Partner vertreten wird).

Die empathische Liebe (Agape) ist die höchste Form der Liebe. Es ist die bedingungslose Liebe, die NICHTS will und jeden Menschen so sein lässt, wie er ist. Sie urteilt nicht. Sie ist empfangend und gebend zugleich. Sie ist für jeden Menschen da, egal in welcher Beziehung dieser zu einem steht. Sie ist durch und durch fühlend, und teilt nicht in Gut und Böse. Diese Liebe kann nicht im Widerspruch zur menschlichen Liebe und sinnlichen Liebe stehen, sie kann diese nur ergänzen und vertiefen!

Man kann sie auch spirituelle Liebe, göttliche Liebe oder wahre Liebe nennen. Gemeint ist das selbe.

Sie ist es, wonach der Mensch sich in seinem tiefsten Inneren sehnt. In letzter Konsequenz ist es diese Liebe, die ihn erlöst und wo er zu Hause ist, wenn er sie gefunden hat.  Die wenigsten Menschen sind sich dessen bewusst. Sie spüren zwar eine Sehnsucht, sind getrieben und wollen etwas erreichen, meinen aber diese Sehnsucht stillen zu können durch einen bestimmten Beruf, ein bestimmtes Gehalt, ein Haus, ein Auto, ein Image oder durch das Zusammensein mit einem bestimmten Menschen usw. 

Diese Versuche, die Sehnsucht nach bedingungsloser Liebe zu stillen, werden scheitern. Das Gefühl von Erfüllung und Glück wird nur von kurzer Dauer sein und das Leid danach umso größer.

Auch die menschliche Liebe und die sinnliche Liebe können die Sehnsucht nach empathischer Liebe nicht stillen. Sie sind nur Teilaspekte der wahren Liebe und geben uns einen kleinen Einblick in ihre wunderbare Kraft. 

Es ist jetzt an der Zeit, sich dieser empathischen Liebe bewusst zu werden.  Es ist jetzt an der Zeit, diese empathische Liebe vermehrt in unser Leben zu lassen. Dann werden wir erkennen, wie bereichernd und erfüllend diese Liebe ist.

Der erste Schritt dahin ist, sich selber wahrzunehmen und anzunehmen. Je mehr ich mich selber liebe - wahrnehme und annehme so wie ich bin, ohne etwas leisten zu müssen - umso mehr kann ich empathische Liebe empfinden. 

Dann stört mich die Andersartigkeit - Hautfarbe, Aussehen, Religion, Meinungen, Lebensstil, Charaktereigenschaften, Verhalten usw.  - anderer Menschen und Wesen nicht. Ich kann sie lassen wie sie sind, ohne mich daran zu stoßen oder sie verändern zu wollen.

Ich beobachte, dass viele Menschen davor Angst haben, und es im Alltag oft gar nicht so einfach ist, empathisch zu lieben. Warum ist das so?

Fortsetzung folgt ...